KONFETTI IM KOPF

von Daniela Chmelik

Ich lese nicht nur selber, sondern kuratiere nun auch, moderiere und lasse lesen, seefest
im Rahmen der Kampagne KONFETTI IM KOPF am Montag, den 27.05.2013
Ein bunter Törn durch den Hamburger Hafen
Das Segel-Lese-Fest

Unter dem Motto Vergessen und Erinnern lesen elf Hamburger AutorInnen und ein Ehrengast aus Berlin sowohl heitere als auch traurige, in jedem Fall bewegende Texte zum Thema Demenz. Bewegen wird sich auch der Veranstaltungsort – der Dreimaster Mare Frisium – auf dem Wasser, durch den Hafen Richtung See. Daran werden Sie sich erinnern! Ahoi!

16-18 Uhr: vertäut am Anleger Sandtorhöft
18-20 Uhr: unterwegs auf der Elbe

Moderation:

Daniela Chmelik, engagierte Autorin und Literaturwissenschaftlerin, führt das Publikum fröhlich im Matrosenkleid durch das Segel-Lese-Fest und freut sich besonders, dass ihre Großmutter dabei sein wird. Daniela Chmelik ist eine echte Hamburger Deern und wird andernorts aus unbestimmten Grund stets gefragt, ob ihr Vater Krabbenfischer sei.

Die Lesenden:

Robert Cohn liest einen Müsli-Text mit dem Titel Wann der Belzer wieder frühstückt über einen Mann, der mit Schlaganfall aufwacht und nur noch Müsli sagen kann. Woraufhin ihm ein Freund Müsli besorgt und alles besser wird. Cohn arbeitete bereits als Museumsführer, Archivar, Gemüsehändler und Bettenbauer, hat Ausstellungen aufgebaut, geleitet und abgerissen, macht öffentliche Stadtführungen durch St. Pauli, singt und schreibt jiddische Lieder, hat sein Herzeleid verloren und fuhr doch noch nie zur See.

Thorsten Dörp ist Autor, Koch und Kaufmann und isst, obwohl er in Hamburg wohnt, keinen Fisch, höchstens Fischstäbchen.

Claus Günther ist ausgezeichnet als „Hamburgs ziemlich ältester Poetry Slammer“: 1931 in Hamburg geboren, einst Werbetexter und Journalist, ist Günther jetzt Unruheständler und schreibt Prosa auf plattdeutsch.

Alexander Häusser ist freier Schriftsteller und zweiter Vorsitzender des Literaturzentrums Hamburg und liest aus seinem Debütroman Memory.

Heike Hartmann-Heesch lebt als freie Autorin und Korrekturleserin in Hamburg-Eimsbüttel und übt nach einer im Mai vor drei Jahren erfolgten Lungentransplantation derzeit wieder „leben“. Lesen wird sie wundervoll.

Katrin Heinau (Autorin, Dramaturgin und Schauspielerin) ist unser Ehrengast aus Berlin und liest ihren poetischen Text Vergeben vergessen: der innere Monolog einer dementen Frau über die eigene Wahrnehmung, aber auch über das seltsame Verhalten der Gesunden, besonders ihres Mannes. Sie realisiert, dass sie verlassen wird. Und sie wehrt sich.

Anke Herrmann geboren in Hamburg-Harburg, war vor vielen Jahren Mitglied der Underground-Band „Maximal Brain Dysfunction“, ist heutzutage Künstlerin und Autorin und liest ihre Erzählung Ein unvergleichlicher Bilderbuchwettertag.

Laila Mahfouz wurde in Stade geboren, hat Schauspiel und Gesang studiert, arbeitet heute als Filmemacherin und Schriftstellerin und liest Ein Käfig voller Momente.

Cornelia Manikowsky ist gebürtige Hamburgerin und eine mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin. Sie liest einen Text über den Verlust, den Alter und Tod der eigenen Eltern bedeuten.

Ella Marouche lebt als Wahl-Schleswig-Holsteinerin in Hamburg, hat Englisch, Deutsch und Kunstgeschichte studiert, auch etwas Anständiges gelernt, nämlich Buchhändlerin und Pizzabäckerin; nebenher arbeitete sie als Modedesignerin, Kellnerin, Putzfrau und Spielhallenaufsicht und organisierte im Belami in Bergedorf die Biergartenlesung. Auf dem Segelschiff liest Marouche ihren preisgekrönten Text Glücklich ist, wer vergisst.

Marc van der Poel ist in Montreal geboren, hat eine deutsche Mutter, auf Hawaii einen holländischen Vater und bezeichnet sich als ein Kind der Globalisierung. Sein Lebensweg hatte schon viele Orte und Häfen. Er hat Krankenpfleger gelernt und etliche Semester Theologie studiert. Zur Zeit lebe er in Hamburg und in seinem Kopf, sagt er von sich.

Alexander Rösler ist Autor und Neurologe und liest aus seinem kürzlich erschienen Buch über das Gehirn ein erdachtes Interview mit Aloys Alzheimer sowie Auszüge aus Ein Kuss ist ein ferner Stern.

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