Fensterstürze

Ich stehe ständig neben dem Leben, bin Stadtstreicher und Tagedieb, Sätzesammler und Wörterspeier, einziges Mitglied in meinem Club zerschredderter Zukunftspläne und mutloser Herzen, moldaubegleitender Leierkastenmann ohne faktisches Musikinstrument. Überhaupt ohne Habseligkeiten. Kde domov můj? Meine Stadt ist Prag. Hierher gehört mein Grab. Ich gehe am Fluß entlang, auf dem Schwäne schwimmen, gehe an Fenstern vorbei, mag Menschen leben hören und sehen. Ich sehe: ein goldenes Mützchen an einer Wäscheschnur im Wind wehen, eine Frau auf einer Pawlatsche sich dehnen, ein Stockwerk über ihr eine Babička aus dem Fenster lehnen und mit sich selbst reden, während das Kissen, auf dem sie ihre Ellbogen bettet, ins Rutschen gerät. Ich sehe: große weiße und rosa Blütenblätter vom Baum schweben wie tote Schmetterlinge. Den Rest des Beitrags lesen »